Schränke, Regale und Rollcontainer werden im Büro über Jahre hinweg regelmäßig geöffnet, beladen und verschoben. Die Anforderungen unterscheiden sich daher von Möbeln, die nur gelegentlich genutzt werden. Neben den Außenmaßen sind Material, Innenaufteilung, Belastbarkeit und verfügbare Ausführungen zu berücksichtigen. Bei der Einrichtung mehrerer Arbeitsplätze sollte zudem geprüft werden, ob die benötigten Möbel zum vorgesehenen Zeitpunkt verfügbar sind. Ein Vergleich konkreter Produktdaten verhindert, dass Möbel zwar in den Raum passen, für den vorgesehenen Inhalt jedoch ungeeignet sind.
Kurzfassung
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Stellfläche und Öffnungsbereich gemeinsam berechnen
Die verfügbare Wandbreite allein reicht für die Berechnung des Platzbedarfs nicht aus. Bei einem Aktenschrank bestimmen Höhe, Breite und Tiefe zunächst die eigentliche Stellfläche. Hinzu kommt bei Drehtüren der Raum vor dem Schrank. Ein Möbelstück kann deshalb an eine Wand passen und trotzdem einen Durchgang oder den Zugang zu einem benachbarten Arbeitsplatz behindern.
Bei Rollcontainern sind vorwiegend die Platzverhältnisse unter und neben dem Schreibtisch entscheidend. Neben der Breite sollten daher auch Höhe und Tiefe zum Tischgestell passen. Werden mehrere Schränke nebeneinander aufgestellt, können sich schon kleine Maßunterschiede bemerkbar machen: Fünf Modelle, die jeweils vier Zentimeter breiter sind, benötigen zusammen bereits 20 Zentimeter zusätzliche Wandfläche.
Die Einrichtung betrieblicher Arbeitsplätze umfasst verschiedene Arbeitsmittel und räumliche Bedingungen. Entsprechend sollten Büromöbel nicht losgelöst vom jeweiligen Standort betrachtet werden.
Materialeigenschaften unterscheiden sich deutlich
Holzwerkstoffplatten bestehen aus Holzbestandteilen, die zu Platten verbunden und bei Büromöbeln häufig mit einer Dekoroberfläche versehen werden. Wird eine Kante beschädigt und gelangt Feuchtigkeit in empfindliche Bereiche, kann sich das Material verändern. Abplatzende Beschichtungen oder aufgequollene Stellen betreffen daher nicht nur das Erscheinungsbild, sondern können die weitere Nutzung beeinträchtigen.
Stahl zeichnet sich durch andere Materialeigenschaften als Holzwerkstoffe aus. So quillt er bei Feuchtigkeit nicht auf und bietet eine stabile Grundlage für Möbel, die regelmäßig beansprucht werden. Für die langfristige Widerstandsfähigkeit spielen neben dem Grundmaterial auch die Verarbeitung, die Konstruktion und die Qualität der Oberflächenbeschichtung eine wichtige Rolle.
Blechstärke, Verbindungspunkte, Scharniere und die Konstruktion der Einlegeböden beeinflussen die Beanspruchbarkeit ebenfalls. Die Materialbezeichnung sollte daher immer zusammen mit den technischen Angaben des jeweiligen Modells betrachtet werden.
Stauraum muss zum Inhalt passen
Ein hoher Schrank bietet viel Innenraum, doch erst die Aufteilung entscheidet über dessen Nutzbarkeit. Aktenordner benötigen andere Fachhöhen als Druckerpapier, kleine Arbeitsmittel oder größere Behälter. Verstellbare Einlegeböden ermöglichen verschiedene Abstände zwischen den einzelnen Ebenen.
Auch das Gewicht des Inhalts verdient Beachtung. Mehrere vollständig gefüllte Ordner erzeugen eine erhebliche Last auf einem einzelnen Fachboden. Eine große freie Ablagefläche ist deshalb nicht automatisch für jede Beladung vorgesehen. Enthält die Produktbeschreibung eine zulässige Belastung, sollte dieser Wert mit dem vorgesehenen Inhalt verglichen werden.
Rollcontainer erfüllen einen anderen Zweck. Ihre Schubladen nehmen Unterlagen und Gegenstände auf, die unmittelbar am Schreibtisch benötigt werden. Für Archivbestände oder größere Mengen an Ordnern sind Schränke oder Regale aufgrund ihrer Innenmaße meist anders aufgebaut.
Produktdaten sind wichtiger als der optische Eindruck
Produktfotos zeigen Bauform, Oberfläche und Farbgebung. Für die Beurteilung der tatsächlichen Größe sind sie nur eingeschränkt geeignet. Aufnahmeabstand, Perspektive und umgebende Gegenstände können ein Möbelstück größer oder kleiner erscheinen lassen.
Bei der Auswahl von Büromöbeln im Online-Shop sollten Unternehmen auf konkrete Angaben zu Höhe, Breite, Tiefe und Ausführung achten. Diese Daten ermöglichen es, verschiedene Modelle vor der Bestellung miteinander zu vergleichen und ihre Eignung für den vorgesehenen Raum zu beurteilen.
Maßangaben lassen sich direkt auf den vorgesehenen Raum übertragen. Bei mehreren Modellen sollten jeweils dieselben Merkmale gegenübergestellt werden. So wird beispielsweise sichtbar, ob ein schmalerer Schrank tatsächlich weniger Stauraum bietet oder die geringere Außenbreite durch eine andere Innenaufteilung ausgeglichen wird.
Nutzung beeinflusst die Anforderungen an Möbel
Nicht jeder Schrank wird im Büro gleich beansprucht. Ein Archivschrank, der nur gelegentlich geöffnet wird, ist anderen Belastungen ausgesetzt als ein Schrank mit Arbeitsmaterialien, auf den mehrere Beschäftigte täglich zugreifen. Anzahl der Türbewegungen, Gewicht des Inhalts und Standort verändern die Beanspruchung.
Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes reicht über einzelne Möbel hinaus. Zu den ergonomischen Bedingungen gehören unter anderem die Abstimmung von Arbeitsplatz und menschlichen Anforderungen. Möbel dürfen deshalb beispielsweise notwendige Bewegungsflächen am Arbeitsplatz nicht unnötig einschränken.
In gemeinsam genutzten Bereichen können unterschiedliche Farben dabei helfen, Schränke und Aufbewahrungsflächen voneinander zu unterscheiden. So lässt sich beispielsweise auf einen Blick erkennen, welche Schränke zu einer bestimmten Abteilung oder einem bestimmten Bereich gehören. Müssen Akten oder Arbeitsmaterialien eindeutig gekennzeichnet werden, sollte die farbliche Unterscheidung jedoch durch eine entsprechende Beschriftung ergänzt werden.
Lieferbedingungen vor der Bestellung klären
Bei der Ausstattung eines neuen Büros muss die Verfügbarkeit zur geplanten Einrichtung passen. Der Zeitpunkt der Lieferung beeinflusst, wann Unterlagen eingeräumt und Arbeitsplätze vollständig genutzt werden können. Lieferstatus und angegebene Versanddauer sollten deshalb vor Abschluss der Bestellung geprüft werden.
Die Versandart richtet sich unter anderem nach Größe und Gewicht der Möbel. Kleinere Artikel können per Paketdienst transportiert werden, größere Möbelstücke benötigen gegebenenfalls eine Speditionslieferung. Bei sperrigen Sendungen ist vorab zu klären, ob Türen, Treppenhäuser und andere Zugänge genügend Platz für den Transport zum vorgesehenen Raum bieten.
Fazit
Für die Auswahl von Büromöbeln sind zunächst die vorhandene Stellfläche und der benötigte Stauraum zu bestimmen. Raummaße begrenzen die möglichen Außenabmessungen, während Art und Gewicht der aufzubewahrenden Gegenstände die Innenaufteilung bestimmen. Unterschiede zwischen Stahl und Holzwerkstoffen betreffen unter anderem das Verhalten bei Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung.
Für eine sachliche Kaufentscheidung sollten technische Produktdaten, vorgesehene Nutzung und räumliche Bedingungen gemeinsam betrachtet werden. Lieferstatus und Transportweg ergänzen diese Prüfung, weil ein passendes Möbelstück auch tatsächlich zum vorgesehenen Standort gelangen muss. Produktbilder dienen dabei vor allem der optischen Einordnung; für die tatsächliche Auswahl sind Maße, Konstruktion, Belastbarkeit und Lieferbedingungen aussagekräftiger.
